Manchmal denke ich, Selfcare wird viel zu einfach verkauft.
So, als würde es nur darum gehen, sich auszuruhen, nett zu sich zu sein, Kerzen anzuzünden und sich bloß nicht zu stressen.
Und ja – natürlich gehört Ruhe dazu. Natürlich gehört Freundlichkeit dazu. Aber ich merke gerade immer mehr: Selfcare ist nicht nur das, was dich kurzfristig beruhigt. Selfcare ist auch das, was dich langfristig schützt.
Und ganz ehrlich? Manchmal bedeutet das eben nicht, jeder Stimmung nachzugeben. Manchmal bedeutet es, bei dem zu bleiben, was dir wirklich gut tut – auch wenn dein Kopf kurz etwas anderes will.
Selfcare ist nicht nur Entlastung. Selfcare ist auch Führung.
Die vier Gedanken, über die ich heute gestolpert bin, haben mich genau daran erinnert.
Dass Worte fließen, wenn man ihnen wirklich Raum und Bedeutung gibt.
Dass ehrliches Schreiben Tiefe braucht.
Dass Disziplin manchmal liebevoller ist als Nachgeben.
Und dass Energie kostbar ist und nicht in alles investiert werden sollte.
Ich glaube, genau das ist gerade mein Learning:
Nicht alles, was sich im Moment angenehm anfühlt, ist automatisch Selfcare. Und nicht alles, was kurz anstrengend ist, ist automatisch gegen mich.
Ich lerne gerade, dass nicht jede Stimmung das Steuer bekommen sollte
Einer der ehrlichsten Sätze für mich war heute dieser Gedanke, dass eine der unterschätztesten Fähigkeiten ist, nicht ständig der eigenen Stimmung zu folgen, sondern bei meinem Plan zu bleiben.
Weil das so ein Punkt ist, über den kaum jemand spricht. Viele nennen alles Selfcare, was kurzfristig Druck rausnimmt. Aber manchmal ist das gar keine Fürsorge, sondern einfach nur Flucht vor Reibung / inneren Blockaden / alten Gewohnheiten die nicht verändert werden wollen, sonst müsste man ja die Komfortzone verlassen.
Und ich merke das bei mir selbst auch. Es gibt Tage, da würde ich am liebsten nur das machen, was sich leicht anfühlt. Ein bisschen hier klicken, ein bisschen da schauen, nochmal was verschieben, nochmal kurz warten, bis ich „mehr im Flow“ bin.
Aber die Wahrheit ist: Mein Nervensystem wird nicht automatisch ruhiger, nur weil ich allem ausweiche, was mich kurz fordert. Manchmal wird es sogar unruhiger, weil ich genau weiß, dass ich gerade an mir selbst vorbeilebe ohne es bewusst zu wollen.
Nicht jede Stimmung ist ein Signal. Manche sind einfach nur ein Moment.
Selfcare ist für mich gerade auch: meiner Energie bessere Orte zu geben
Ein anderer Satz, der hängen geblieben ist, war dieser Gedanke, man solle Energie nur in Dinge geben, mit denen man auch wirklich eine Zukunft hat.
Und ich finde, das geht viel tiefer, als es erstmal klingt.
Denn wenn ich ehrlich bin, verlieren wir oft nicht die meiste Kraft an große Krisen. Sondern an Dinge, von denen wir innerlich längst wissen, dass sie uns nicht nähren.
An Gedankenschleifen.
An Menschen, bei denen wir uns immer wieder erklären.
An To-do-Listen, die nur gut aussehen sollen.
An Erwartungen, die gar nicht mehr zu unserem jetzigen Leben passen.
An dieses permanente innere Springen zwischen hundert offenen Tabs im Kopf.
Selfcare ist dann nicht nur Tee trinken und sich ausruhen.
Selfcare ist dann auch, sich zu fragen:
Wofür gebe ich eigentlich jeden Tag meine Energie her?
Und noch ehrlicher:
Hat das, worin ich mich gerade verliere, überhaupt eine Zukunft in meinem Leben?
Nicht alles verdient Zugang zu deiner Energie. Konzentriere sie auf deine Visionen und Träume.
Ich merke, dass Fokus oft liebevoller ist als ständiges Reagieren
Gerade wenn man viel im Kopf hat, kreativ ist, viel Content aufnimmt und gleichzeitig tausend Ideen hat, fühlt sich Fokus manchmal fast zu streng an.
Aber inzwischen glaube ich: Fokus ist nicht hart. Er ist nicht zu streng mit einem. Fokus ist entlastend.
Weil ich nicht jeden Impuls verfolgen muss.
Weil ich nicht jede Idee sofort umsetzen muss.
Weil ich nicht auf alles reagieren muss, was mich kurz aus meiner Mitte zieht.
Und weil mein Kopf ruhiger wird, wenn ich ihm nicht ständig neue Baustellen aufmache.
Das ist für mich gerade eines der größten Selfcare-Learnings überhaupt:
Innere Ruhe entsteht nicht nur durch Pause. Sie entsteht auch durch Entscheidungen die nicht immer nett klingen müssen.
Durch das bewusste Nein zu Dingen, die mich zerstreuen.
Durch das Ja zu dem, was gerade wirklich zählt.
Durch weniger inneres Hin und Her.
Weil für manche ist Selfcare zu oft leider Ausrede in schönem Design.
Lesen, schreiben, fühlen – und wieder echter werden
Auch dieser Satz über Bücher und darüber, dass Worte dann fließen wie ein Fluss, wenn man viele liest, hat mich berührt.
Nicht nur aufs Schreiben bezogen. Sondern generell.
Weil ich glaube, dass wir alle Phasen haben, in denen wir zu viel konsumieren, aber zu wenig wirklich aufnehmen. Zu viel sehen, aber zu wenig sacken lassen. Zu viel reagieren, aber zu wenig fühlen.
Und manchmal merkt man das erst daran, dass man sich selbst nicht mehr so klar hört.
Dass man zwar funktioniert, aber innerlich nicht mehr wirklich verbunden ist. Nicht mehr mit dem eigenen Ton. Nicht mehr mit der eigenen Wahrheit. Nicht mehr mit dem, was man eigentlich sagen würde, wenn man nicht ständig so beschäftigt damit wäre, auf alles zu antworten.
Worte fließen oft nicht dann, wenn wir uns hetzen – sondern dann, wenn wir uns wieder wirklich ergänzen.
Vielleicht ist ehrliche Selfcare viel schlichter, als wir denken
Vielleicht ist Selfcare manchmal einfach das:
- nicht auf jede Laune zu reagieren
- den eigenen Plan nicht sofort wieder wegzuwerfen
- Energie nicht überall zu verstreuen
- sich mit guten Gedanken zu ermutigen
- etwas nicht nur anzufangen, sondern auch zu Ende zu bringen
- sich selbst nicht ständig das Steuer aus der Hand zu nehmen
Nicht spektakulär.
Nicht instagrammable.
Nicht laut.
Aber ehrlich.
Und vielleicht ist genau das die Form von Selbstfürsorge, die wirklich etwas verändert. Nicht die, die kurz hübsch aussieht. Sondern die, die dich auf Dauer stabiler macht.
Was ich gerade für mich mitnehme
Ich nehme gerade mit, dass ich meine Energie bewusster schützen will.
Dass ich nicht jede Stimmung gleich zur Wahrheit erklären muss.
Dass Fokus kein Gegensatz zu Selbstfürsorge ist, sondern manchmal ein Ausdruck davon.
Und dass ich mir selbst am meisten helfe, wenn ich mich nicht in allem verliere, sondern mich immer wieder sanft zurückhole.
Nicht hart.
Nicht heroisch.
Aber klar.
Manchmal ist die liebevollste beste Entscheidung nicht die leichteste – sondern die, die dich bei dir hält. Damit du so lange wie möglich DU sein kannst.
Wenn du heute etwas für dich mitnehmen willst, dann vielleicht das
Du musst nicht allem nachgeben, was du gerade fühlst, um gut mit dir umzugehen.
Und du musst nicht alle Möglichkeiten / Ziele / Träume / Visionen offenhalten, nur um dir nichts zu verbieten.
Manchmal beginnt innere Ruhe genau dort, wo du aufhörst, deine Energie überall gleichzeitig hinzutragen.
Und anfängst, sie bewusster dorthin zu geben, wo wirklich etwas wachsen darf.
Mehr Gedanken aus Mary’s Coffee Time
Wenn dich solche Gedanken begleiten und du Lust auf mehr ehrliche Impulse zu Selfcare, innerer Ruhe und persönlicher Entwicklung hast, dann hör gern in meinen Podcast Mary’s Coffee Time rein:
Und wenn du nicht nur meine Gedanken hören möchtest sondern auch deinen eigenen Weg auf dem Gleis ins Unbekannte – eine Reise zu dir selbst gehen willst, dann hol dir einmal mein Buch:
„Dein Gleis ins Unbekannte – eine Reise zu dir selbst“
Meine abschließenden Gedanken
Vielleicht ist Selfcare nicht immer einfach.
Vielleicht ist sie manchmal einfach nur ehrlich.
Still. Klar. Führend.
Und vielleicht zeigt sie sich nicht nur darin, wie gut du dich ausruhst – sondern auch darin, wohin du deine Energie ab heute nicht mehr verlierst.

Hinterlasse einen Kommentar